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Was ist
Zwischennutzung?

Zwischennutzung ist die zeitlich begrenzte Nutzung eines leerstehenden Gebäudes oder einer ungenutzten Fläche zwischen zwei Hauptnutzungen. Sie schafft Raum für Kultur, Unternehmen, soziale Angebote oder andere geeignete Projekte, bis die vorgesehene Nachnutzung beginnt.

Für die Immobilienbranche ist Zwischennutzung ein effizientes Werkzeug, um Leerstand zu aktivieren, Nutzungsideen zu erproben und Standorte zu entwickeln. Transiträume e.V. bringt dafür Flächen, passende Konzepte und die richtigen Menschen zusammen.

Der Begriff einfach erklärt

Zwischennutzung: Leerstand auf Zeit sinnvoll nutzen.

Die Grundidee: Eine bisherige Nutzung endet. Die nächste Nutzung lässt auf sich warten. In diesem Zeitfenster erhält der Raum eine befristete Aufgabe.

Das kann ein Ladenlokal sein, das bis zur nächsten Vermietung als Pop-up genutzt wird. Ein Bürogebäude, das vor seiner Entwicklung Raum für kreative Teams bietet. Oder eine Freifläche, die vor Baubeginn zum temporären Treffpunkt wird.

Entscheidend sind der vereinbarte Zeitraum, eine geeignete Nutzung und klare Bedingungen für den Betrieb und die Rückgabe. Eine Zwischennutzung kann wenige Tage, mehrere Monate oder auch Jahre dauern.

Die Begriffe „temporäre Nutzung“, „Leerstandsnutzung“ und „Interimsnutzung“ beschreiben verwandte Ansätze. Bei der Zwischennutzung steht das Zeitfenster zwischen der bisherigen Nutzung und der nächsten Entwicklung im Mittelpunkt.

01 / ZEITFENSTER

Raum ist verfügbar.

Eine Fläche wird aktuell nicht genutzt und steht für einen abgestimmten Zeitraum zur Verfügung.

02 / PASSUNG

Eine Idee passt zum Ort.

Nutzung, räumliche Voraussetzungen und Ziele der Beteiligten werden aufeinander abgestimmt.

03 / VEREINBARUNG

Der Rahmen ist klar.

Dauer, Kosten, Zuständigkeiten und Beendigung werden vor dem Start verbindlich geregelt.

Welche Nutzungen sind möglich?

Beispiele für Zwischennutzung.

Zwischennutzung ist in Gebäuden und auf Freiflächen möglich. Welche Idee sich eignet, hängt unter anderem von Zustand, Lage, Ausstattung, Zeitrahmen und den zulässigen Nutzungen ab.

KUNST & KULTUR

Ausstellungen und kreative Räume

Leerstehende Räume können temporär als Ausstellungsflächen, Ateliers, Proberäume oder Veranstaltungsorte genutzt werden.

HANDEL & GEWERBE

Pop-ups und neue Geschäftsideen

Ladenlokale bieten Raum für zeitlich begrenzte Verkaufsangebote, Showrooms, Werkstätten oder die Erprobung neuer Geschäftskonzepte.

START-UPS & JUNGE UNTERNEHMEN

Arbeitsplätze mit Entwicklungsspielraum

Geeignete Büroflächen können jungen Teams einen Einstieg ermöglichen und neue Unternehmensnetzwerke am Standort fördern.

SOZIALES & NACHBARSCHAFT

Treffpunkte und gemeinsame Angebote

Räume für Workshops, Initiativen oder Nachbarschaftsprojekte schaffen Möglichkeiten für Austausch, Teilhabe und Begegnung.

FREIFLÄCHEN & BEWEGUNG

Gärten, Sport und Freizeit

Brachflächen können zeitweise für gemeinschaftliche Gärten, Spiel- und Sportangebote oder temporäre Aufenthaltsbereiche genutzt werden.

TEMPORÄRES WOHNEN & BEHERBERGUNG

Raum für zeitlich begrenzte Aufenthalte

Bei geeigneten Gebäuden können entsprechende Konzepte geprüft werden. Dafür sind eine eigenständige Prüfung der Zulässigkeit und der baulichen Anforderungen erforderlich.

Ein effizientes Werkzeug

Was bringt Zwischennutzung?

Zwischennutzung macht verfügbare Zeit und vorhandenen Raum nutzbar. Sie kann mit überschaubaren, zur Laufzeit passenden Maßnahmen starten und wertvolle Erfahrungen für die weitere Entwicklung liefern.

Ihr Nutzen entsteht durch ein passendes Konzept: Eine Aktivierung sollte zu den Zielen der Eigentümer:innen, den Möglichkeiten der Nutzer:innen und dem Umfeld der Immobilie passen.

FÜR DIE IMMOBILIENBRANCHE

Leerstand aktivieren

Nutzung kann Pflege und soziale Kontrolle unterstützen, Aufmerksamkeit schaffen und Kontakte zu potenziellen künftigen Mieter:innen ermöglichen.

Je nach Vereinbarung können Einnahmen erzielt oder laufende Kosten mitgetragen werden.

FÜR NUTZER:INNEN

Ideen erproben

Temporäre Räume eröffnen Möglichkeiten für Projekte, Angebote und junge Unternehmen. Passende Einstiegskonditionen können die Erprobung erleichtern.

Nutzer:innen gewinnen Erfahrung, Sichtbarkeit und Kontakte für ihre weitere Entwicklung.

FÜR STADT & NACHBARSCHAFT

Lebendige Orte schaffen

Neue Angebote können Quartiere beleben, Begegnung ermöglichen und die lokale Kultur- und Kreativwirtschaft unterstützen.

Beteiligung und öffentlich zugängliche Formate können den Austausch über die Entwicklung eines Standorts fördern.

Welchen Beitrag kann Zwischennutzung zur Nachhaltigkeit leisten?

Die Nutzung vorhandener Räume kann einen bewussten Umgang mit dem Bestand unterstützen. Soziale Mehrwerte entstehen beispielsweise durch kulturelle Zugänge, Begegnung, Teilhabe und die Unterstützung junger Unternehmen.

Für eine aussagekräftige ESG-Dokumentation müssen Ziele, Maßnahmen und Ergebnisse nachvollziehbar erfasst werden. Die tatsächliche Wirkung hängt vom Projekt und seiner Umsetzung ab.

Von der Idee zum Betrieb

Wie funktioniert Zwischennutzung?

Ein guter Start verbindet eine geeignete Fläche mit einem tragfähigen Konzept und klaren Vereinbarungen. Diese sechs Schritte geben Orientierung für die Vorbereitung.

01 / FLÄCHE PRÜFEN

Die Voraussetzungen verstehen

Verfügbarkeit, Zustand, Infrastruktur, Lage und räumliche Anforderungen der geplanten Nutzung werden geprüft.

02 / ZIELE KLÄREN

Eine gemeinsame Richtung finden

Was soll die Nutzung erreichen? Welche Zielgruppen sind relevant? Welche Grenzen und Nicht-Ziele müssen berücksichtigt werden?

03 / MATCHING

Fläche und Konzept verbinden

Geeignete Nutzer:innen und Ideen werden mit der Fläche, dem Zeitrahmen und den Entwicklungszielen abgeglichen.

04 / RAHMEN SICHERN

Zulässigkeit und Vereinbarungen klären

Erforderliche Genehmigungen, Sicherheit, Finanzierung, Versicherung und vertragliche Bedingungen werden vor dem Start geklärt.

05 / AKTIVIEREN

Den Ort in Nutzung bringen

Die Nutzung wird vorbereitet und aufgenommen. Passende Kommunikation informiert Zielgruppen und Nachbarschaft über Angebot und Zeitraum.

06 / BEGLEITEN

Entwicklung und Abschluss organisieren

Betrieb und Ergebnisse werden begleitet. Rückgabe, Rückbau oder eine mögliche Weiterentwicklung werden rechtzeitig abgestimmt.

Was vor dem Start wichtig ist

Voraussetzungen, Kosten und Vereinbarungen.

Jede Immobilie und jedes Nutzungskonzept bringen eigene Anforderungen mit. Ein klarer Entscheidungsrahmen hilft, Aufwand und Möglichkeiten realistisch einzuschätzen.

Welche Flächen eignen sich?

Geeignet sind Räume und Freiflächen, deren Verfügbarkeit, Zustand und Infrastruktur zur vorgesehenen Nutzung passen.

Zu prüfen sind unter anderem Zugänge, Versorgung, Sanitäranlagen, Sicherheit, notwendige Anpassungen und mögliche Auswirkungen auf das Umfeld.

Was kostet eine Zwischennutzung?

Die Kosten ergeben sich aus Fläche, Laufzeit und Konzept. Dazu können Miete oder Nutzungsentgelt, Betriebskosten, Herrichtung, Genehmigungen, Versicherungen, Personal und Rückbau gehören.

Ein tragfähiges Budget berücksichtigt Vorbereitung, Betrieb und Abschluss.

Welche Genehmigungen sind erforderlich?

Das hängt von der genehmigten Bestandsnutzung, der geplanten Nutzung und den örtlichen Anforderungen ab. Eine Nutzungsänderung oder weitere Genehmigungen können erforderlich sein.

Befristung, Brandschutz, Fluchtwege, Besucherzahlen und Lärmschutz sind frühzeitig zu klären.

Was gehört in die Vereinbarung?

Zu regeln sind insbesondere Nutzungszweck, Laufzeit, Entgelt, Betriebskosten, Zuständigkeiten, Versicherung, Haftung und Verkehrssicherung.

Ebenso wichtig sind klare Bedingungen für Beendigung, Rückgabe, mögliche Einbauten und deren Rückbau.

Die Befristung von Anfang an kommunizieren.

Nutzer:innen und Öffentlichkeit sollten wissen, für welchen Zeitraum ein Angebot vorgesehen ist. Eine transparente Kommunikation und eine frühzeitige Planung des Abschlusses erleichtern den Übergang zur nächsten Nutzung.

Vom Einstieg zur Mietperspektive

Was ist eine Pioniernutzung?

Transiträume e.V. versteht unter Pioniernutzung eine Nutzung, die zunächst unter temporären Bedingungen startet und auf eine langfristige Ansiedlung ausgerichtet ist.

Projekte und junge Unternehmen erhalten einen Einstieg am Standort. Ziel ist, dass ihre Nutzung dort funktioniert und sie sich zu regulären Mieter:innen entwickeln können.

Ob dieser Übergang gelingt, hängt unter anderem von Nachfrage, wirtschaftlicher Tragfähigkeit, Standortentwicklung und den gemeinsam vereinbarten Bedingungen ab.

Zwischennutzung und Pioniernutzung im Überblick
Aspekt Zwischennutzung Pioniernutzung bei Transiträume e.V.
Ziel Verfügbare Räume in einem begrenzten Zeitfenster nutzen. Eine Nutzung mit langfristiger Ansiedlungsperspektive entwickeln.
Einstieg Befristete Nutzung zu abgestimmten Bedingungen. Start unter temporären Bedingungen mit Entwicklungsperspektive.
Weiterer Verlauf Abschluss oder eine neu vereinbarte Weiterentwicklung. Angestrebter Übergang in ein reguläres Mietverhältnis.
Die Lösung für die Immobilienbranche

Zwischennutzung ist ein effizientes Werkzeug. Transiträume e.V. bringt es zum Einsatz.

Transiträume e.V. verbindet Eigentümer:innen und Projektentwickler:innen mit passenden Nutzer:innen, Kulturprojekten und jungen Unternehmen. Wir übersetzen verfügbare Flächen und strategische Ziele in konkrete Nutzungsmöglichkeiten.

Unsere Arbeit umfasst Analyse, Zielklärung, Konzeptentwicklung, Matching und Projektbegleitung. Je nach Auftrag konzipieren und realisieren wir Aktivierungsmaßnahmen und begleiten die langfristige Standortentwicklung.

Eigentümer:innen entscheiden, welche Nutzung zu ihrer Immobilie passt. Transiträume e.V. organisiert die Verbindungen und unterstützt die Entwicklung geeigneter Lösungen.

Häufige Fragen

FAQ zur Zwischennutzung.

Was bedeutet Zwischennutzung?

Zwischennutzung bezeichnet die zeitlich begrenzte Nutzung eines Gebäudes oder einer Fläche zwischen einer aufgegebenen Hauptnutzung und einer vorgesehenen Nachnutzung. In diesem Zeitraum können beispielsweise Kulturprojekte, Unternehmen oder soziale Angebote den Raum nutzen.

Wie lange dauert eine Zwischennutzung?

Eine Zwischennutzung kann wenige Tage, mehrere Monate oder auch Jahre dauern. Der Zeitraum richtet sich nach der Verfügbarkeit der Immobilie, dem Konzept und den vereinbarten Bedingungen. Eine Verlängerung muss mit den Beteiligten abgestimmt werden.

Welche Immobilien eignen sich für Zwischennutzung?

Möglich sind unter anderem Ladenlokale, Bürogebäude, Hallen und Freiflächen. Die Eignung hängt von Zustand, Infrastruktur, Lage, Verfügbarkeit und der Zulässigkeit der geplanten Nutzung ab. Fläche und Konzept müssen gemeinsam geprüft werden.

Ist eine Zwischennutzung genehmigungspflichtig?

Je nach Bestandsnutzung, geplantem Vorhaben und örtlichen Anforderungen können eine Nutzungsänderung oder weitere Genehmigungen erforderlich sein. Die zeitliche Befristung allein entscheidet nicht über die Genehmigungspflicht. Die Anforderungen sollten vor dem Start mit den zuständigen Stellen geklärt werden.

Ist Zwischennutzung kostenlos?

Die Konditionen werden individuell vereinbart. Möglich sind unterschiedliche Nutzungsentgelte und Mietmodelle. Auch bei einer mietfreien Überlassung können Betriebskosten, Versicherungen, Herrichtung, Personal oder Rückbau anfallen.

Welche Vorteile haben Eigentümer:innen?

Eine passende Zwischennutzung kann Leerstand aktivieren, Pflege und soziale Kontrolle unterstützen und den Standort sichtbar machen. Je nach Vereinbarung können Einnahmen oder Beiträge zu laufenden Kosten entstehen. Auch Kontakte zu möglichen künftigen Mieter:innen können sich entwickeln.

Was muss vertraglich geregelt werden?

Wichtige Punkte sind Nutzungszweck, Laufzeit, Entgelt, Betriebskosten, Zuständigkeiten, Versicherung, Haftung und Verkehrssicherung. Die Vereinbarung sollte außerdem Beendigung, Rückgabe und den Umgang mit Einbauten oder erforderlichem Rückbau regeln.

Was passiert am Ende einer Zwischennutzung?

Die Fläche wird entsprechend der Vereinbarung zurückgegeben. Dazu können Räumung und Rückbau gehören. Eine Verlängerung oder dauerhafte Nutzung setzt eine neue Abstimmung und geeignete rechtliche und wirtschaftliche Voraussetzungen voraus.

Kann aus Zwischennutzung eine dauerhafte Nutzung werden?

Eine erfolgreiche Nutzung kann weiterentwickelt werden, wenn sie zu den langfristigen Zielen des Standorts passt. Transiträume e.V. setzt Pioniernutzungen gezielt mit dieser Perspektive ein: Der temporäre Einstieg soll die Entwicklung zu regulären Mieter:innen ermöglichen.

Wie unterstützt Transiträume e.V. bei Zwischennutzungen?

Transiträume e.V. analysiert Flächen und Standorte, klärt Ziele, entwickelt oder prüft Konzepte und vermittelt passende Nutzer:innen. Je nach Auftrag begleiten wir die Abstimmung, setzen Aktivierungsmaßnahmen um und übernehmen Aufgaben der langfristigen Standortentwicklung.

Wissen in Nutzung übersetzen

Ihr Leerstand hat Möglichkeiten. Lassen Sie uns darüber sprechen.

Sie haben eine Fläche, ein Zeitfenster oder einen Standort in Entwicklung? Transiträume e.V. unterstützt Sie dabei, passende Nutzungsmöglichkeiten zu finden und die nächsten Schritte zu organisieren.

Fachliche Grundlage: Forschungsergebnisse des BBSR zum Thema „Zwischennutzungen und Nischen im Städtebau als Beitrag für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung“ sowie die Veröffentlichung „Zwischennutzung und neue Freiflächen – Städtische Lebensräume der Zukunft“ (2004). Ergänzt durch das Praxiswissen von Transiträume e.V. Die Hinweise zu Voraussetzungen und Vereinbarungen dienen der allgemeinen Orientierung; die konkrete Prüfung erfolgt für das jeweilige Vorhaben.

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